Firmenrechtsschutz

Genauso wie im Privatbereich kann es auch einem Unternehmen passieren, in einen Rechtsstreit verwickelt zu werden, zum Beispiel, wenn ein Kunde nicht zahlen will, weil er der Meinung ist, Ihre Arbeit wäre mangelhaft oder ein entlassener Mitarbeiter verklagt Sie, weil er sich ungerecht behandelt fühlt. In solchen Fällen kann Sie eine Firmenrechtsschutz-Versicherung bei der Vertretung Ihrer rechtlichen Interessen und den dabei anfallenden Kosten schützen.

 

Der Rechtsschutz setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Je nachdem welche dieser Bausteine Sie wählen gilt ihre Firmenrechtsschutz-Versicherung in den jeweiligen Bereichen. Zum Beispiel hilft der Schadenersatz-Rechtsschutz, wenn Sie Schadenersatzansprüche geltend machen wollen und damit vor Gericht gehen, der Beratungssrechtsschutz hingegen übernimmt die Kosten anwaltlicher Beratung, wenn Sie z.B. Fragen bezüglich der Urlaubsansprüche Ihrer Mitarbeiter haben. Überlegen Sie deshalb vor Abschluss einer Rechtsschutz-Versicherung immer, in welchen Bereich für Sie als Unternehmer das Risiko eines eventuellen Rechtsstreites am größten ist und wo Sie deshalb Schutz benötigen könnten.

 

Wer ist versichert?

Für gewöhnlich ist der Versicherungsnehmer für den versicherten Betrieb versichert, sowie die Arbeitnehmer im Sinne des § 51 ASGG, sofern der Versicherungsfall mit dem Betrieb oder Tätigkeit mit dem Betrieb unmittelbar zusammenhängt oder auf dem direkten Weg von bzw. zur Arbeitsstätte eintritt.

In vielen Fällen können Sie auch differenzierter wählen, für wen der Versicherungsschutz gelten soll, ob etwa alle Mitarbeiter, nur die Geschäftsleitung, definierte Gruppen oder die Fachkräfte versichert sein sollen.

 

Was ist versichert?

Je nach Vereinbarung und Deckungsvariante übernimmt eine Firmen-Rechtsschutzversicherung die Kosten für Anwaltshonorare vor und während einem Gerichtsverfahren, Prozesskosten, die Kosten, die bei der Erzielung eines Vergleichs oder einer außergerichtlichen Einigung anfallen.

Bedenken Sie, dass die genauen Bestimmungen der einzelnen Versicherer sehr unterschiedlich sein können. Eine ausführliche Beratung und ein Versicherungsvergleich zahlen sich deshalb jedenfalls aus. Benutzen Sie die Online-Rechner, um kostenlos und unverbindlich die verschiedenen Angebote einzuholen.

 

Sonderfall Recht an geistigem Eigentum

Geistiges Eigentum besteht dann, wenn sich eine Person Wissen durch Lernen oder sonstiger geistiger Anstrengung aneignet. Nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im gewerblichen spielen Rechte an geistigem Eigentum eine entscheidende Rolle mit. Falls ein Unternehmer ein Bilder aus einer Datenbank unrechtmäßig für seine eigene Zwecke verwendet, indem er beispielsweise diese auf ein Werbeplakat bedruckt, so stellt das einen Verstoß da. Dies ist vom Firmenrechtsschutz ausgeschlossen, da es sich um einen Urheberrechtsfall (geistiges Eigentum) handelt.

 

Was sollte beachtet werden?

  • Achten Sie jedenfalls darauf, ob die Versicherungssumme hoch genug gewählt ist. Die Kosten, die in Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten anfallen können, sind oft sehr hoch.
  • Erkundigen Sie sich auch vor Abschluss einer Firmenrechtsschutzversicherung, in welchem Geltungsbereich der Versicherungsschutz gilt. Sind Sie nur bei Streitigkeiten vor österreichischen Gerichten geschützt oder auch im europäischen Raum? In welchem Bereich sind Sie tätig und welcher Versicherungsschutz ist deshalb für Sie adäquat?
  • Fragen Sie immer genau, welche Kosten im Schadenfall tatsächlich abgedeckt sind und ob Sie einen Anwalt Ihrer Wahl frei wählen können.
  • Beachten Sie, dass im Rechtsschutz für gewöhnlich bestimmte Wartefristen (zumeist 3 Monate) gelten. Für Versicherungsfälle, die vor Ablauf dieser Frist eintreten, gilt normalerweise kein Versicherungsschutz.